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Selbstliebe - wie sie gelingt


Selbstfürsorge benötigt die gleiche Aufmerksamkeit, wie eine Freundschaft



Selbstliebe braucht Selbstfürsorge

Allerdings ist Selbstfürsorge mehr als ein heißes Bad nach einem stressigen Tag. Richtige Selbstsorge zeigt sich viel mehr im Kleinen. Es geht darum, wie wir uns im Alltag behandeln und welche Einstellung wir zu uns selbst haben.


Selbstfürsorge benötigt die gleiche Aufmerksamkeit,

wie eine Freundschaft.


Fürsorge für andere fällt uns oft leichter. Doch wie lässt sich Selbstfürsorge jeden Tag praktizieren? Und das am besten einfach?


Selbstfürsorge ist wichtig für die körperliche, geistige

und emotionale Gesundheit.


Das Konzept gibt es schon seit der griechischen Antike. Sokrates nimmt hier wieder eine herausragende Stellung ein. Für den alten Sokrates war es eine zentrale Aufgabe des Menschen, die eigene Seele zu erkennen, Sorge für sich selbst zu tragen und dadurch die Basis für ein gerechtes Zusammenleben zu finden. Selbstfürsorge bedeutet nach Sokrates also vor allem: Sorge um die eigene Seele.


Die Seelenfürsorge hat für Sokrates drei Ebenen:

  • Erziehung

  • Selbsterkenntnis

  • Politisch / Gesellschaftlich

Damit wird die Selbstsorge Teil eines größeren Ganzen:

Sie ist Bestandteil von Pädagogik, für uns als Erwachsene Teil der Selbstverantwortung für ein glückliches Leben. Selbstfürsorge ist das Fundament einer funktionierenden Gemeinschaft.

Selbstsorge, wie sie die antiken Griechen verstanden, hat nichts mit narzistischem oder egoistischem Selbstkult zu tun. Vielmehr ist die Sorge um sich selbst als Basis für die Sorge um andere und für ein aktives Einbringen in die Gesellschaft zu verstehen.


Selbstfürsorge heute


Nach Prof. Dr. Reichhart zeigen sich heute 2 Strömungen der Selbstfürsorge:

  1. Selbstfindung (Sinnsuche) – die richtige Selbstsorge

  2. Selbstoptimierung (Verbesserung) – die falsche Selbstfürsorge

Selbstfürsorge ist nichts zwischen Tür und Angel. Sie ist kein Instrument zur Selbstoptimierung, das wir mal schnell zwischendurch abarbeiten können und dann ist gut.

Das moderne Self Care - Konzept unterliegt häufig einem Effizienzgedanken und ist keine echte Selbstfürsorge. Ganz im Gegenteil, das ist Raubbau an unseren persönlichen Ressourcen.


Selbstfürsorge hat in diesem Sinne nichts mit einer Flucht aus unserem „Alltag“ zu tun, nur damit das Leben besser wird.


Selbstfürsorge ist eine gesunde und natürliche Haltung zum eigenen Selbst und seinem Wert. Sie ist nicht egoistisch und darauf bedacht, die eigenen Bedürfnisse um

jeden Preis zu erfüllen. Viel mehr bedeutet Selbstfürsorge auf unsere mentale, körperliche, und emotionale Gesundheit gut achtzugeben und sie zu unterstützen. Selbstfürsorge heißt, unseren eigenen Rhythmus zu finden. Eine Form der Optimierung wird hier schon benötigt. Wahrzunehmen, was unser Leben beinhaltet, z.B. die Arbeit, die Kinder, die Familie und vieles mehr. Das Annehmen, was da ist, ist die Grundlage für unseren Rhythmus.


Selbstfürsorge ist der liebevolle Umgang mit sich selbst.

„Ich achte auf mich, bin mir selbst und meinen Gefühlen gegenüber aufmerksam und ich kümmere mich gut um mich, ohne dass daran Bedingungen geknüpft sind.“


Das erfordert einen liebevollen Blick auf unser Selbst und unsere Bedürfnisse und Wünsche.



Der Schlüssel zum Glück steckt innen.


Selbstfürsorge ist eine innere Haltung, die mit einem stetigen Entwicklungsprozess verbunden ist.


Wie geht Selbstfürsorge?

Luise Reddemann, eine der bekanntesten Psychologinnen Deutschlands, hat viel Vorarbeit geleistet, damit wir eine kleine Anleitung bekommen, wie sich Selbstfürsorge so praktizieren lässt, dass sie auch wirklich gut für Seele, Geist und Körper ist.


Körper/Leib – gut zu sich sein

Auf der Körperebene ist Selbstfürsorge alles, was unser körperliches Wohlbefinden stärkt und steigert. Das Zauberwort ist Balance. Auf der einen Seite tut Bewegung unserem Körper gut. Dabei über die Grenzen zu gehen, macht manchmal Sinn. Auf der anderen Seite bedeutet es, die Körpersignale rechtzeitig wahrzunehmen und auf sie einzugehen.


Beispiele:

  • genügend trinken

  • ausgewogen ernähren

  • sich zu nichts mit großem Widerwillen zwingen

  • regelmäßige Erholung & Entspannung

  • Arzt-Check-ups nutzen zur Gesundheitsprävention

  • ausreichend Schlaf (mind. 7 Std.)


Emotionale Selbstfürsorge

Das emotionale Wohlbefinden ist alles, was unsere Stimmung, Laune und psychische Verfassung stärkend beeinflusst. Vor allem die Gefühle spüren. Egal, ob schmerzhaft oder wohltuend – alle Gefühle haben eine Berechtigung, gehört zu werden. Sie auszuleben, löst Blockaden und hilft beim Loslassen und Heilen.


Beispiele:

  • sich Zeit nehmen, den eigenen Gefühlen Raum zu geben

  • Wir dürfen uns gestatten, zu weinen, unsere Gefühle offen zu zeigen und

  • darüber zu reden

  • Auch andere Gefühle wie Wut, Eifersucht und Neid benötigen Freiraumund wollen gefühlt werden, um nicht im Unterbewusstsein zu wüten. Die Frage ist immer: Woher kommen diese Gefühle und warum?

  • bewusstes Genießen, zum Beispiel essen, Musik hören, Bücher lesen usw.

  • bewusste Abgrenzung von anderen Menschen und ihren Problemen (Du bist nicht für alles verantwortlich)

  • Momente zu schaffen nur für dich, deine Bedürfnisse und Gedanken


Selbstfürsorge für den Verstand (Intellekt)

Selbstfürsorge für den Verstand heißt in erster Linie die Zusammenhänge unseres Lebens zu erkennen und daraus die Achtsamkeit für uns selbst zu entwickeln. Das bedeutet, wir nehmen uns genügend Zeit für unsere Weiterentwicklung und Selbstreflexion.


Beispiele:

  • die eigenen Gedanken hinterfragen: „Arbeiten meine Gedanken mit mir oder gegen mich?

  • Glaubenssätze erkennen und auf Wahrheit überprüfen. „Ist das wahr, was ich von mir oder anderen glaube?“ „Was von meinen Überzeugungen ist veraltet und kann weg?“ „Welche sind falsch und behindern mich?“

  • Wann spricht unser innerer Kritiker? Und warum?

  • dazulernen und verinnerlichen, zum Beispiel Bücher lesen, Seminarebesuchen, Kurse machen, sich mit anderen austauschen usw.

  • schmerzhafte Erfahrungen als Teil von uns annehmen und nicht verdrängen


Sozial (Menschen-Kontakt) – Zugehörigkeit spüren

Selbstsorge bedeutet, ein gesundes Verhältnis zu sich selbst und den Menschen zu schaffen, die zu unserem Leben gehören. Du bist wie jeder andere ein Sozialwesen, das auf den Kontakt mit Freunden, Familien und anderen Menschen angewiesen ist, um gesund und zufrieden leben zu können.


Beispiele:

  • sich regelmäßig mit Menschen umgeben, die uns wichtig sind

  • Arbeit verschieben, wenn wir gebraucht werden

  • Offenheit leben und neue Kontakte zulassen

  • Fehler eingestehen und sich entschuldigen können

  • anderen unsere Zuneigung zeigen

  • soziale Konflikte lösen


Geist (Mental) – im Einklang mit sich selbst sein

Die Expertin spricht von einem Urvertrauen in sich selbst und in die Welt. Dazu gehört die Trias Selbstliebe, Dankbarkeit und Vertrauen. Es handelt sich also um eine innere Haltung zur Welt und zum Leben, die sich in einer Fürsorge gegenüber uns selbst zeigt und wertschäzend gestimmt ist.


Beispiele:

  • persönliche Werte identifizieren und danach leben

  • sich mehrmals unter der Woche Zeit nehmen und über unseren Weg nachdenken

  • das Leben mit all seinen Facetten überwiegend wohlwollend wahrnehmen und annehmen

  • uns in Haltungen wie Achtsamkeit und Dankbarkeit zu üben

  • Menschen gegenüber offen zu sein, statt misstrauisch (Vertrauensvorschuss)


Die Selbstfürsorge auf diesen fünf Ebenen ist Seelenfürsorge

und damit praktizierte Selbstliebe.


Wir laden Euch ein, uns eure Ideen zu den fünf Ebenen der Selbstliebe zu schreiben.

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